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“Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer vor der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen”. (Winston Churchill)
Nun können also auch Bayerns gesundheitsbewusste Bürger aufatmen. Nachdem die Raucher trotz faktischen Verbots ab 0:00 Uhr in der Sylvesternacht ein letztes Mal Dampf abließen, ist jetzt endlich Schluss mit dem Zigarettenkonsum in gastronomischen Innenbereichen.
Doch bevor nun Millionen von Nichtrauchern triumphierend die freie Nase etwas höher tragen, sollten auch einige kritische Anmerkungen erlaubt sein.
Leider hält sich nach den ersten unmittelbaren Erfahrungen meine Dankbarkeit für den staatlich verordneten Schutz meiner Gesundheit stark in Grenzen. So wird sich noch herausstellen, ob der Geruchsmix aus körperlichen Ausdünstungen, zweifelhaften Deos, überambitionierten Parfums, gasförmigen Urtrieben und verdautem Essen - der bislang zuverlässig von einer Glocke blauen Dunstes betäubt wurde - ein großer Schritt für die Zivilisation war.
Des Weiteren bleibt abzuwarten, ob die neuen Gäste, für die eine verrauchte Bar wie das Schall & Rauch bislang eine No-Go-Area war, ein großer Zugewinn sind. Leider gibt es eine auffällige Korrelation zwischen der Anzahl von überzeugten bzw. militanten Nichtrauchern und dem Grad der Langweiligkeit in einer Bar. Nichtraucher, für die die Bestellung eines Kirsch-Bananensaftes (kurz KiBa) oder das Ordern eines Radlers mit viel Limo schon eine erregende Grenzerfahrung darstellt, tragen eben selten zu einer ausgelassenen und feuchtfröhlichen Stimmung bei.
Auch wenn es die Gegner der Raucher partout nicht wahrhaben wollen und immer nur das Negative an der Zigarette hervorheben: Rauchen ist ein historisch gewachsener Teil der Bar- und Wirtshauskultur und lässt sich nicht so einfach wegparagraphieren. Die Vertreibung der Raucher aus den Innenräumen wird außerdem negative Folgen haben, über deren Tragweite sich die Urherber des Verbots mit Sicherheit noch wundern werden (Stichwörter: Lärmbelästigung, Abfall auf den Straßen, Zechprellerei,….).
Mäx
Fälschung: Schall & Rauch Berlin (Zitate siehe http://www.schall-und-rauch.de/Relaunch/Ger/Intro.html)
Original: Schall & Rauch München
“Das Schall & Rauch wurde mit dem Deutschen Innenarchitekturpreis ausgezeichnet”.
Wir haben den höchsten Bierumsatz Deutschlands* in Relation zur Kneipengröße. Außerdem sch….. wir auf Preise und Auszeichnungen!
“Der Innenarchitekt verwendete für seine minimalistische Ausführung Kanadisches Ahorn, gestrahlten und mit Schuppenpanzerlack versiegelten Stahl”.
Gestrahlt wird bei uns auch - aber über maximalistische Drinks. Einige Gäste von uns haben ihren eigenen Schuppenpanzer. Die Barkeeper verfügen über Muskeln aus Stahl*!
“Wenige Accesoires aus Kupfer veredeln die Gestaltung”.
Wir haben eine Pistazienautomaten und darüber hinaus einen Tiger, den wir notfalls auch gegen Lösegeld wieder nach Hause holen!
“Die Einrichtung soll leben, also auch altern”, so der Architekt André Nickel.
Bei uns lebt nicht nur die Einrichtung!
“Das Inventar zeigt Spuren des Gebrauchs, ist aber für die Ewigkeit geschaffen”.
Dito, wobei unsere Spuren deutlich breiter sind!
“Kombiniert mit warmen Raumlicht und den Wänden in hellen Pastellton und rötlichen Mauerwerk ist ein Ort zum Wohlfühlen geschaffen”.
Wartet einfach mal ein paar Jahre ab!
“Wir bieten Raum für etwa 70 Gäste”.
Wir auch! Allerdings sind an guten Tagen viermal soviel Menschen da!
*absichtliche und gezielte Übertreibungen
Mäx
Teil unserer alltäglichen Arbeit als Barkeeper ist es, die Gäste mit Bier, Pseudo-Bier, Cocktails, Wein, Rum, Wodka, Whiskey, Scotch, Brandy, Gin, Prosecco, Longdrinks, Shots, etc. zu versorgen bzw. es ihnen z.T. mit unseren Mischungen richtig zu besorgen.
Unter dem mannigfaltigen alkoholischen Angebot versteckt sich jedoch ein Drink, der uns bei falscher Zubereitung als Schürzenträger ohne liquiden Tiefgang entlarvt - der Dry Martini.
Hier drei Varianten zur Zubereitung, um einer Bloßstellung zu entgehen:
Variante 1 (klassisch):
- Martini-Glas mit Eis vorkühlen
- Im Rührglas 5cl Gin und 1/2cl Vermouth auf viel Eis verrühren (hartes Eis verwenden, das nicht tropft)
- Eis aus dem Martini-Glas wegschütten
- Gin + Vermouth durch das Barsieb in das Glas abseihen
- Olive hinzufügen (unbedingt mit Stein!)
Variante 2 (puristisch):
- Martini-Glas mit Eis kühlen
- Eis wegschütten
- ein wenig Vermouth ins Glas geben
- Glas schräg halten und am Fuß drehen bis die ganze Innenseite von Vermouth benetzt ist
- Vermouth wegschütten
- im Rührglas 5cl Gin auf hartem Eis verrühren
- Gin in Martini-Glas abseihen und Olive hinzufügen
Variante 3 (à la James Bond in “Casino Royal”)
007: “A dry martini. One. In a deep champagne goblet.”
Barkeeper: “Oui, monsieur”
007: “Just a moment. Three measures of Gordon’s, one of vodka, half a measure of Kina Lillet. Shake it very well until it’s ice-cold, then add a large thin slice of lemon-peel. Got it?”
aus “Ein Mann. Ein Buch” – SZ
Mäx
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