Schall ohne Rauch

Erstellt am Dienstag 8. Januar 2008 von Maex.
Kategorien: Allgemein.

“Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer vor der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen”. (Winston Churchill)


Nun können also auch Bayerns gesundheitsbewusste Bürger aufatmen. Nachdem die Raucher trotz faktischen Verbots ab 0:00 Uhr in der Sylvesternacht ein letztes Mal Dampf abließen, ist jetzt endlich Schluss mit dem Zigarettenkonsum in gastronomischen Innenbereichen.
Doch bevor nun Millionen von Nichtrauchern triumphierend die freie Nase etwas höher tragen, sollten auch einige kritische Anmerkungen erlaubt sein.


Leider hält sich nach den ersten unmittelbaren Erfahrungen meine Dankbarkeit für den staatlich verordneten Schutz meiner Gesundheit stark in Grenzen. So wird sich noch herausstellen, ob der Geruchsmix aus körperlichen Ausdünstungen, zweifelhaften Deos, überambitionierten Parfums, gasförmigen Urtrieben und verdautem Essen - der bislang zuverlässig von einer Glocke blauen Dunstes betäubt wurde - ein großer Schritt für die Zivilisation war.


Des Weiteren bleibt abzuwarten, ob die neuen Gäste, für die eine verrauchte Bar wie das Schall & Rauch bislang eine No-Go-Area war, ein großer Zugewinn sind. Leider gibt es eine auffällige Korrelation zwischen der Anzahl von überzeugten bzw. militanten Nichtrauchern und dem Grad der Langweiligkeit in einer Bar. Nichtraucher, für die die Bestellung eines Kirsch-Bananensaftes (kurz KiBa) oder das Ordern eines Radlers mit viel Limo schon eine erregende Grenzerfahrung darstellt, tragen eben selten zu einer ausgelassenen und feuchtfröhlichen Stimmung bei.


Auch wenn es die Gegner der Raucher partout nicht wahrhaben wollen und immer nur das Negative an der Zigarette hervorheben: Rauchen ist ein historisch gewachsener Teil der Bar- und Wirtshauskultur und lässt sich nicht so einfach wegparagraphieren. Die Vertreibung der Raucher aus den Innenräumen wird außerdem negative Folgen haben, über deren Tragweite sich die Urherber des Verbots mit Sicherheit noch wundern werden (Stichwörter: Lärmbelästigung, Abfall auf den Straßen, Zechprellerei,….).


Mäx

Gemischtes Doppel IV

Erstellt am Freitag 14. Dezember 2007 von Maex.
Kategorien: Gemischtes Doppel.

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Ein PS

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Original & Fälschung

Erstellt am Donnerstag 13. Dezember 2007 von Maex.
Kategorien: Allgemein.

Fälschung: Schall & Rauch Berlin (Zitate siehe http://www.schall-und-rauch.de/Relaunch/Ger/Intro.html)

Original: Schall & Rauch München

 

“Das Schall & Rauch wurde mit dem Deutschen Innenarchitekturpreis ausgezeichnet”.

Wir haben den höchsten Bierumsatz Deutschlands* in Relation zur Kneipengröße. Außerdem sch….. wir auf Preise und Auszeichnungen!

 

“Der Innenarchitekt verwendete für seine minimalistische Ausführung Kanadisches Ahorn, gestrahlten und mit Schuppenpanzerlack versiegelten Stahl”.

Gestrahlt wird bei uns auch - aber über maximalistische Drinks. Einige Gäste von uns haben ihren eigenen Schuppenpanzer. Die Barkeeper verfügen über Muskeln aus Stahl*!

 

“Wenige Accesoires aus Kupfer veredeln die Gestaltung”.

Wir haben eine Pistazienautomaten und darüber hinaus einen Tiger, den wir notfalls auch gegen Lösegeld wieder nach Hause holen!

 

“Die Einrichtung soll leben, also auch altern”, so der Architekt André Nickel.

Bei uns lebt nicht nur die Einrichtung!

 

“Das Inventar zeigt Spuren des Gebrauchs, ist aber für die Ewigkeit geschaffen”.

Dito, wobei unsere Spuren deutlich breiter sind!

 

“Kombiniert mit warmen Raumlicht und den Wänden in hellen Pastellton und rötlichen Mauerwerk ist ein Ort zum Wohlfühlen geschaffen”.

Wartet einfach mal ein paar Jahre ab!

 

“Wir bieten Raum für etwa 70 Gäste”.

Wir auch! Allerdings sind an guten Tagen viermal soviel Menschen da!

 

*absichtliche und gezielte Übertreibungen 

 

Mäx

 

Dry Martini - Der einzige Cocktail, den man(n) können muss!

Erstellt am Dienstag 9. Oktober 2007 von Maex.
Kategorien: Allgemein.

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Teil unserer alltäglichen Arbeit als Barkeeper ist es, die Gäste mit Bier, Pseudo-Bier, Cocktails, Wein, Rum, Wodka, Whiskey, Scotch, Brandy, Gin, Prosecco, Longdrinks, Shots, etc. zu versorgen bzw. es ihnen z.T. mit unseren Mischungen richtig zu besorgen.
Unter dem mannigfaltigen alkoholischen Angebot versteckt sich jedoch ein Drink, der uns bei falscher Zubereitung als Schürzenträger ohne liquiden Tiefgang entlarvt - der Dry Martini.

Hier drei Varianten zur Zubereitung, um einer Bloßstellung zu entgehen:

Variante 1 (klassisch):
- Martini-Glas mit Eis vorkühlen
- Im Rührglas 5cl Gin und 1/2cl Vermouth auf viel Eis verrühren (hartes Eis verwenden, das nicht tropft)
- Eis aus dem Martini-Glas wegschütten
- Gin + Vermouth durch das Barsieb in das Glas abseihen
- Olive hinzufügen (unbedingt mit Stein!)

Variante 2 (puristisch):
- Martini-Glas mit Eis kühlen
- Eis wegschütten
- ein wenig Vermouth ins Glas geben
- Glas schräg halten und am Fuß drehen bis die ganze Innenseite von Vermouth benetzt ist
- Vermouth wegschütten
- im Rührglas 5cl Gin auf hartem Eis verrühren
- Gin in Martini-Glas abseihen und Olive hinzufügen

Variante 3 (à la James Bond in “Casino Royal”)
007: “A dry martini. One. In a deep champagne goblet.”
Barkeeper: “Oui, monsieur”
007: “Just a moment. Three measures of Gordon’s, one of vodka, half a measure of Kina Lillet. Shake it very well until it’s ice-cold, then add a large thin slice of lemon-peel. Got it?”

aus “Ein Mann. Ein Buch” – SZ

Mäx

Gemischtes Doppel

Erstellt am Dienstag 24. Juli 2007 von Maex.
Kategorien: Gemischtes Doppel.

Bratchef

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Chefbart

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Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Erstellt am Samstag 9. Juni 2007 von Maex.
Kategorien: Urlaub.

Das Gefühl ist großartig. Nach Monaten der Entbehrung und des Verzichtes auf fettige, in Pappschachteln beheimatete, fleischige Freunde, ist jetzt die Zeit des Triumphes gekommen.  Welcher Ort eignet sich besser für die eigene Siegerehrung als ein Traumstrand in Thailand? Als Ehrenrunden dienen kurze Strandläufe, die das Ego liebkosen und Belohnungen in Form von Thai-Fingerfood nach sich ziehen. So sitzen wir nun friedlich und zufrieden bei der Verdauung am Strand und betrachten wohlwollend andere Strandlebewesen. Da nähert er zum ersten Mal. Er ist schwarz. Er ist schnell. Er läuft ohne jede verdammte Kraftanstrengung im tiefen Sand. Er nähert sich mit schnellen, eleganten und kraftvollen  Laufschritten und nach einem Bruchteil einer Sekunde ist er auch schon 200 Meter weiter weg.  Wir schauen uns verwundert an? Was war das denn? Na gut, na gut. Es gibt einfach Jungs, die uns vielleicht temporär noch eine wenig überlegen sind zwecks Strandfigur und Fitness-Zustand. Eine Stunde später, bewaffnet mit kalten Milchshakes, frischem Obst und eine marginal kleiner gewordenenem Selbstvertrauen sieht die Lage schon wieder ganz anders aus. Doch was passiert, als wir gerade von unseren Schattenplätzen der Mittagssonne zuzwinkern? Mr. Boombastic kommt in genau dem gleichem Tempo, in genau gleich hohem Sand, barfuss, bei gefühlen 43° Grad zurückgelaufen und ist nach dem Bruchteil einer Sekunde 201 Meter weiter weg. Den einen Schweißtropfen an der Stirn, den einer von uns aus der Ferne gesehen haben will, kann niemand offiziell bestätigen. Der Typ ist der Hammer. Kommt daher, wie eine Mischung aus allen Jacksons, Johnsons oder Jordans, die man aus der Welt des Sports kennt und läuft durch den dampfend heissen Sand, als gäbe es nichts Angenehmeres auf der Welt. Noch dazu hat der Kerl einen Body, der selbst einen nüchternen Betrachter leicht zu homoerotischen Elegien verleitet. Die Phase der Bewunderung und des Respekts unter Sportsmännern endet aber unvermittelt, als der Typ wiederum eine gute Stunde später zum dritten Mal aus der Ursprungsrichtung an uns vorbeiläuft. Den Vorschlag, von der Strandbar aufzustehen und den schwarzen Superman als Rache für alle versammelten Strand-Normalos einfach umzulaufen, wird mit dem Argument gekontert: “Wahrscheinlich nimmt er dich Huckepack und läuft mit dir im gleichen
Tempo weiter”.  An dieser Stelle  muss ich aufhören. Die Erinnerung tut einfach zu weh!

Mäx

Irgendwann bleib I dann dort

Erstellt am Freitag 11. Mai 2007 von Maex.
Kategorien: Allgemein.

Menschen neigen dazu, beim Gedenken an liebgewordene Institutionen oder persönliche Erlebnisse zu verklären und mit bedeutungsschwangeren Worten zu glorifizieren. Das dient dazu, dass eigene Ego zu streicheln und führt nicht selten zu einer Art romantischer Demenz. Ein durchschnittliches Saufgelage wird so schnell zu einem unvergesslichen, sensationellen Abend, eine Dorfdisko zum Tempel der Lust, eine graue Maus zur Göttin der Leidenschaft.

Der Autor dieses kleinen Eintrages stellt hier natürlich die Ausnahme von der Regel dar und versucht mit möglichst trockener, rationaler Sprache eine Bar zu beschreiben, die sich zwischen einer industriellen Semmelverkaufsstätte und einem nicht ganz so erfolgreichen Lounge-Sushi-Karaoke-Club-Mottoparty-Gastronomiekonzept im Münchener Stadtteil Maxvorstadt befindet.

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Halt! Stopp! Vergessen wir kalte Objektivität, pseudo-intellektuelle Tiraden und ausschweifendes Gelaber.

Befreien wir lieber mit ein paar Tausend Augustiner-Mönchen Kuba, füllen den Willy in seinen Becher und gehen danach freudestrunken mit Tom zu Kha Gai und treffen dort Mai Tai und den Kurzen. Zapfen wir den Gerstensaft, machen wir Drinks zu Long Drinks (Danke Stefan!), Rinhas zu Caipis und erlösen wir auch alle anderen Getränke von ihrem Diminiutiv-Status. Füllen wir auf und uns selber ab! Lachen wir, wenn es nicht zum Dreier reicht und treffen wir uns bis zum letzten unbeschwerten Lebenshauch an Tisch 9 oder 10 im Schall und Rauch!

Der Mäx